Ende der Hitzewelle – Abkühlung in Sicht!

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Bereits zum zweiten Mal in diesem Sommer wurden wir von einer Hitzewelle überrollt. Mit Höchstwerten von rund 36 Grad – gemessen an der Messstation Amriswil und Roggwil – wurde es wieder ausserordentlich heiss. Auch in der Nacht sank das Thermometer, insbesondere in Seenähe –  in den Sommermonaten DER Wärmespeicher schlechthin – und auf leicht hügeligen  Regionen nur wenig unter 20 Grad. Räume durchlüften wurde ab Mittwoch unmöglich.

Übrigens: So heiss war es an der Messstation Amriswil seit deren Bestehen im 2013 noch nie. Sind zwar „nur“ sechs Jahre, sagt aber dennoch schon viel darüber aus, wie häufig wir es seither mit solcher Witterung zu tun hatten. Zudem ist es bereits die zweite Hitzephase in diesem Jahr…

Warum so heiss?

Zum einen wurde einmal mehr heisse Luft aus dem nordafrikanischen Raum nach Norden transportiert. Vor allem Frankreich, Deutschland und die Benelux-Staaten bekamen die volle Härte der Hitze zu spüren. Selbst im hohen Norden, wie z.b. in Norwegen wurde es über 30 Grad heiss. Die Schweiz lag in leicht „smarter“ Version unter die Hitzeglocke, aber dennoch Mitglied der hitzegeplagten Europäer.

Zum anderen wurden die hohen Temperaturen sozusagen hausgemacht.

  • Sonnenstand: Derzeit haben wir den höchsten Sonnenstand, somit den stärksten Einfallswinkel. Das heizt auf.
  • Die Böden sind mittlerweile recht trocken, der Verdunstungsprozess fällt aus. Den Verdunstung benötigt Energie und diese wird in Form von Wärme der Luft entzogen. Deshalb ist es unter Bäumen auch immer etwas kühler. Bleibt nichts übrig kann sich die Luft immer weiter und weiter aufheizen.
  • Das wetterbestimmende Hoch: In einem Hoch herrscht eine Absinkbewegung, dies im Gegenteil zu einem Tief, wo die Luft aufsteigt. Durch das Absinken, respektive durch das komprimieren (ähnlich wie bei einem Kompressor) erwärmt sich die Luft, welche zudem auch wolkenauflösend wirkt.

Somit wurde uns nicht nur vom afrikanischen Kontinent sondern auch vom Himmel herab mächtig Feuer unterm Hintern gemacht.

Wie weiter?

Am Samstag hat die Hitze ein Ende. Das Hoch schleicht nach Norden ab bzw. wird von zwei Tiefdruckgebieten nach Norden abgedrängt. Das Wetter wird dynamischer, labiler und somit gewitteranfälliger. Auch wenn die Temperatur weit unter der 30-Grad-Marke zu liegen kommt – es wird mit Zufuhr feuchter Luft unangenehm schwül. Teilweise können die Gewitter heftig ausfallen, wobei der Fokus auf grosse Regenmengen in kurzer Zeit und auf Sturmböen gelegt werden soll. Dies aufgrund hohem Wassergehalt der Luft und schwacher Höhenströmung, welche die Zellen nur langsam weiter verlagern lässt.

Am Sonntag sind sich die Wettermodelle noch nicht ganz einig, dies im Bezug auf die Gesamtregensummen. Manche sind sehr offensiv und machen grosse Mengen, andere sind eher verhalten. Im Verlauf des Samstags wird es sich zeigen, welches Modell das Rennen macht. Bei warnrelevanten Aussichten wird ein Hinwies auf der Warnkarte erscheinen.

Der Blick auf die nächste Woche zeigt auf einen „normal“ temperierten Abschnitt.

 

 

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