Böenwalze

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Des öfteren in den Medien als Foto oder Video zu bestaunen – Die Böenwalze. Erreichen diese den Beobachter geht es ruckzuck. Innert kürzester Zeit fegen Sturm- oder sogar Orkanböen herbei und richten nicht selten Schäden an.

In diesem Beitrag möchte ich euch erklären wie eine Böenwalze entsteht.

Böenwalzen bewegen sich vor der eigentlichen Gewitterfront. Dabei ist sie nicht mit dem Gewitter gekoppelt sondern ein eigenständiges Gebilde, entsteht aber durch Einflüsse des nachrückenden Gewitter.

Hierfür habe ich – diesmal mit Farbstiften –  eine schematische Darstellung gezeichnet.

Ein Gewitter braucht Futter und zwar in Form von feuchtwarmer Luft. Das passiert schon von Beginn weg, dann wenn eine Warmluftblase sich vom Boden „löst“, in die Höhe steigt, abkühlt und kondensiert. Somit entsteht eine zuerst kleine Cumluswolke welche mit fortlaufender Zufuhr bodennah liegender feuchtwarmer Luft (rote Pfeillinie in der Wolke) weiter wächst und sich zu einer grossen Cumulonimbus – einer Gewitterwolke entwickelt.

Durch Regen, Hagel und einfliessende kältere Luft in den oberen Stockwerken entsteht der Abwind. Die schwere Kaltluft stürzt wortwörtlich in die Tiefe, strömt bodennah aus und schiebt sich unter die bodennah liegende leichtere Warmluft und hebt diese stark an. Im Grenzbereich dieser bildet sich die Böenwalze. Durch die auf der Vorderseite der Böenwalze aufsteigender Warmluft und auf ihrer Rückseite herabströmende Kaltluft wird die Böenwalze in eine horizontale Rotation versetzt.

Böenwalze am 15. Juni 2019 von Oberaach her beobachtet 

 

Kommen wir nochmals auf die herabstürzende Kaltluft zurück:

Diese ist bei Gewitter verantwortlich für schwere Sturm- oder Orkanböen und wer bei solchen Ereignissen im Freien steht spürt auch einen markanten Temperaturunterschied. Die nachfolgenden Messwerte an diesem Samstag zeigen nämlich  anschaulich die oben dargestellte Zeichnung.

 

Auf einen Schlag sinken die Temperaturen um mehrere Grad

 

Beim erreichen der Böenwalze folgen sogleich auch Sturmböen 

 

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