Amriswil, in der schweizerdeutschenOrtsmundart älter Ammerschwiil[ˈɑmːərˌʃʋiːl],[1]ist eine politische Gemeindeim Bezirk Arbondes Kantons Thurgau, Schweiz.

Geographie

Amriswil liegt zwischen Weinfeldenund Arbonbzw. Romanshornin der Nähe des Bodenseesund der Stadt St. Gallen.

Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortschaften (Einwohnerstand 2000):

  • Amriswil(9769 E.)
  • Oberaach/ Biessenhofen(853 E.)
  • Hagenwil/ Räuchlisberg(242 E.)
  • Schocherswil(336 E.)
  • Schrofen(387 E.)

Name

799 wird Amriswil erstmals als Amalgeriswilareerwähnt. Es handelt sich dabei um eine Zusammensetzung des althochdeutschen männlichen Personennamens Amalgērund des althochdeutschen Appellativs wīlāri«kleines Dorf, Weiler, Gehöft». Der Ortsname bedeutet damit «beim Gehöft des Amalger».[1]

Geschichte

Vermutlich existierte bereits zu römischenZeiten eine Römerstrasse, die von Vitudurum(Oberwinterthur) durch das heutige Gebiet von Amriswil nach Arbor Felix(Arbon) verlief.

1408 wurde eine Kapelle in Amergaswileerwähnt, die 1350 erbaut worden sein soll. Nach der Gründung des Kantons 1803 wurde Amriswil als Munizipal- und Ortsgemeinde konstituiert (vgl. Frühere Gemeindeorganisation des Kantons Thurgau).

Im 20. Jahrhundert fanden mehrere Gemeindefusionen statt, an denen Amriswil beteiligt war:

  • 1925 wurde Hemmerswilmit Amriswil fusioniert.
  • 1932 wurde Mühlebach bei Amriswilmit Amriswil fusioniert.
  • 1979 wurden Biessenhofen, Oberaachund Räuchlisbergmit Amriswil zur Einheitsgemeinde Amriswil zusammengeschlossen.
  • 1997 wurde die Ortsgemeinde Schocherswil(BFS-Nr. 4516) von der Munizipalgemeinde Zihlschlacht abgetrennt und mit der Einheitsgemeinde Amriswil vereinigt. (Mutation Nr. 37a zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz, 1986)
  • Seit dem 1. Januar 2005 gilt Amriswil statistisch als Stadt.

Politik

Bei den Nationalratswahlen 2015betrugen die Wähleranteile in Amriswil: SVP40,0 %, FDP16,6 %, SP11,6 %, CVP10,9 %, EDU5,3 %, Grüne4,9 %, glp4,1 %, BDP4,0 %, EVP2,4 %.[2]

Sehenswürdigkeiten

Mitten in Amriswil befindet sich die reformierte grosse Kirche in neugotischemStil. Der 75 m hohe Kirchturm ist der höchste im Kanton Thurgau. Das Gemeindehaus mit dem Dorfplatz bildet eine Einheit. Die katholische Kirche St. Stefan von 1939 ist eine der ersten modernen Kirchenbauten des Kantons Thurgau.

Die «Festhütte», eine grosse Festhalle aus dem Jahr 1907, wurde 2006 abgerissen und durch den im Herbst 2007 fertiggestellten fünfeckigen Neubau «Pentorama» ersetzt, der durch seine auffallende Architektur das neue Wahrzeichen der Stadt wurde; im Frühjahr 2009 wurde er auf einer Briefmarke der Schweizer Post dargestellt.

Im Weiler Hagenwilliegt das Wasserschloss Schloss Hagenwil. Hier ist ein Restaurant untergebracht und es finden Kunstausstellungen statt.

1989 wurde in einem Teil der Textilfabrik Sallmann das Museum der Stadt Amriswileröffnet. Es zeigt in über 4000 Exponaten und zahlreichen Broschüren die Geschichte des über 1200 Jahre alten Ortes. Das Museum ist dort, wo Joseph Sallmann im Jahre 1850 die erste Tricotfabrik der Schweiz gegründet hatte.

Das Bohlenständerhausim Schrofen stammt aus dem Jahre 1538. Die typische Bauform im mittleren und östlichen Thurgau bis Ende des 16. Jahrhunderts ist nur noch in wenigen Ständerbauten erhalten und einzig hier als Wohnmuseum öffentlich zugänglich.

2002 wurde das nationale Schulmuseum Amriswil eröffnet.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Amriswil